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In der Kindheit lernten wir, dass Wut nicht gerne gesehen wird. So wies uns unser Lehrer in die Schranken, unsere Eltern schickten uns in einem Wutanfall ins Zimmer, damit wir uns beruhigen konnten, wo wir dann einsam und verlassen ankamen – nicht verstehend, wieso das so ist. Sobald wir wieder artig und ruhig waren, waren uns sowohl der Lehrer als auch unsere Eltern wieder wohlgesonnen. So wurde uns langsam aber sicher die Wut wegtrainiert. Wer hat es nicht auch schon gesehen, die 3-jährigen die sich im Lebensmittelladen wütend auf den Boden werfen und lautstark schreien, weil die Mama den Kauf des gewünschten Spielzeugs verweigert hat? Hat irgendwer dieses Verhalten bei einem 10-jährigen Kind noch gesehen? Da dieses Gefühl der Ablehnung unseres Selbst in der Wut so schmerzlich war, schluckten wir die Wut sprichwörtlich runter. Wir verboten uns mehr und mehr sie zu fühlen, bis sie scheinbar weg war. Der Lehrer, wie die Eltern waren nun zufrieden mit uns, wir erfuhren ihre Liebe und Akzeptanz. Was für schöne Gefühle, geliebt und akzeptiert zu werden! Alle streben wir danach!

Wir waren nun angepasste, freundliche Persönlichkeiten. Aber was war und ist mit der Wut? War/ist sie jetzt einfach weg? Die Wut ist ein Gefühl wie jedes andere auch. Wir Menschen werten einige Gefühle positiver und einige negativer. Freude gehört zum Beispiel zu den Positiven. Wut, wie wir schmerzlich unter unseren Ausschlüssen erfahren haben, zu den Unerwünschten, also negativen. Nun – die Wut ist ein gleichwertiges Gefühl wie die Freude. Alle unsere Gefühle wurden uns für unser Leben zur Verfügung gestellt. Ist die Wut weg, ist es wie wenn ein Bein nicht mehr erwünscht ist. Es kann erahnt werden, dass konstant runtergeschluckte Wut auf die Dauer unserer Gesundheit schadet und sie aus dem Gleichgewicht bringt. Krankheit ist die Folge. Wie läuft es sich wohl mit einem abgelehnten Bein, obschon es noch da ist? Ist unsere ganzheitliche Gesundheit noch im Gleichgewicht?

Lehnen wir die Wut ab, werden wir zu Menschen, bei denen sich die runtergeschluckte Wut unkontrolliert und in einer Heftigkeit ab Nichtigkeiten entladen wird. Erkennt sich jemand darin? Beginnen wir die Wut in unserem Leben als etwas positives, Konstruktives wieder anzunehmen. Sie darf da sein, weil sie es sowieso ist und weil sie, wo nötig ausgedrückt, zu unserer ganzheitlichen Gesundheit beiträgt. Wir sind nicht mehr die Kinder von damals. Betrachten wir den Wert der Wut heute neu, losgelöst von den Erfahrungen der Vergangenheit! Gestatten wir uns die Wut zu fühlen, sie wo nötig auszudrücken – es geht um unsere Gesundheit!

Die gefühlte und zugelassene Wut zeigt mir persönlich, dass mir zum Beispiel Unrecht gechieht und dass ich mich für mich einsetzen soll. Ich bin mir fast sicher, dass Sie als Kind für Sie verständliche Gründe hatten, weswegen Sie wütend wurden. Kann das sein? Wird mir meine Handtasche entrissen, wird es die Wut sein, die mir die Kraft gibt, z.B. Überfall zu schreien, damit andere Passanten darauf aufmerksam werden. Ist gar nicht so schlecht übten wir das im Lebensmittelladen am Boden! Ist Wut nicht toll? J

Es ist gar nicht so einfach den Schalter «Wut» von Nein auf Ja umzulegen. Meine Therapieform: Körperzentrierte Herzarbeit (https://www.seele-koerper-geist.ch/angebot/koerperzentrierte-herzarbeit/) unterstützt Sie, die Wut (wie alle anderen bewusst/unbewusst abgelehnten Gefühle) wieder anzunehmen und sie wieder zur Verfügung zu haben. Ein Ja zu allen Gefühlen für die eigene Gesundheit!